Thema: RAMANBIOASSAY™: Revolution in der Antibiotika-Verordnung
Institution: IPHT Jena / FSU Jena / UKJ
Forscher:

Prof. Dr. Jürgen Popp,

Prof. Dr. Ute Neugebauer,

Prof. Dr. Michael Bauer,

Prof. Dr. med. Bettina Löffler,

Dr. Uwe Hübner,

Dipl.-Ing. Peter Horbert

 

Beschreibung des Projektes:

Schwere Infektionen, die zu einer lebensbedrohlichen Sepsis führen können, werden oft zunächst blind behandelt – mit Breitband-Antibiotika, bis Mediziner die Erreger und deren mögliche Resistenzen identifiziert haben. Denn es fehlt an geeigneten schnellen Verfahren für die Diagnose. Die Folge: Immer mehr Bakterien entwickeln Resistenzen und gängige Antibiotika werden wirkungslos. Von Krankheiten, die heute gut zu behandeln sind, könnte wieder eine lebensbedrohliche Gefahr ausgehen. Das Team des Leibniz-IPHT, der FSU Jena und des Universitätsklinikums Jena hat mit dem RAMANBIOASSAYTM eine Lösung vorgelegt mit dem Potential, die Infektionsdiagnostik weltweit entscheidend voranzubringen: einen laserbasierten Schnelltest, der es Ärzten ermöglicht, Infektionen künftig rasch und vor allem zielgenau zu therapieren. Mit dem RAMANBIOASSAYTM können Bakterien und deren potentielle Antibiotikaresistenz in 3 Stunden diagnostiziert werden, fast acht Mal so schnell wie mit mikrobiologischen Verfahren. Derzeit werden Keime angezüchtet, die erst nach 24 Stunden und mehr zuverlässig ausgewertet werden können. Die Alternative der Jenaer Mediziner, Mikrobiologen und Technologieforscher ist schnell, kostengünstig und universell einsetzbar: ein Chip, der funktioniert wie ein Labor. Aus wenigen Tropfen einer Patientenprobe können Ärzte mittels eines lichtbasierten Verfahrens die entscheidenden Informationen auslesen. Die zeitaufwendige Kultivierung entfällt. Patienten könnte das RAMANBIOASSAYTM so das Leben retten. Zudem würden passgenaue Therapien den Gesundheitssystemen erhebliche Kosten einsparen.