Angewandte Forschung

Thema: „Entwicklung eines Verfahrens zum Nachweis der Ebergeruchskomponenten Androstenon und Skatol mittels Gaschromatographie-Ionenmobilitätsspektrometrie (GC-IMS)““
Institution: fzmb GmbH Bad Langensalza
Forscher:

Dr. Carmen Klein,

Sven Wietstock,

Tina Hentschel,

Florian Meyer

 

Beschreibung des Projektes:

Geschlechtsreife männliche Schweine haben einen mehr oder weniger ausgeprägten Geschlechtsgeruch, der auch nach der Schlachtung in den gewonnenen Lebensmitteln nachweisbar ist und zur Untauglichkeit für den menschlichen Verzehr führt. Für den künftigen Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration männlicher Ferkel bieten sich drei Wege als Alternativen an: die chirurgische Kastration unter Vollnarkose, die immunologische Kastration mittels Impfung und die Ebermast. Letztgenannte erfordert ein objektives und von der individuellen Geruchswahrnehmung des Menschen unabhängiges Verfahren zum Nachweis der Geschlechtsgeruchsstoffe im Fleisch und Fett geschlachteter Eber. Das Team des fzmb erarbeitete ein Nachweisverfahren auf Basis der Ionenmobilitätsspektrometrie (IMS). Dabei  werden die im Gas vorhandenen Moleküle mit einer kleinen Strahlungsquelle ionisiert, d.h. in geladenen Molekülfragmente überführt, die dann in einem elektrischen Feld getrennt werden können und auf einem Sensor ein substanzspezifisches Muster erzeugen. Mit einem am FZMB entwickelten portablen IMS-Gerät können Proben, die in einem mittelständischen Schlachtbetrieb anfallen, tagfertig analysiert werden – ein wichtiger Beitrag zum Tierschutz und zum Schutz des Verbrauchers.